City, Europa, Osteuropa

Minsk

26. November 2016

Visum Weißrussland

Für Weißrussland ist, analog zu Russland, zwingend ein Visum vor der Reise zu beantragen. Da ein normales Touristenvisum eine offizielle Einladung nötig macht und außerdem saftige 60€ kostet, haben wir uns für ein Transitvisum entschieden. Für dieses benötigt man immerhin keine Einladung, trotzdem aber Passbild, Versicherungsnachweis,… und es ist mit 20€ auch deutlich günstiger. Voraussetzungen sind, dass man nur 2 Kalendertage im Land bleibt und logischerweise in ein anderes Land, als das aus dem man kam, ausreist. Trotz einiger Fallstricke im Visaantrag (z.B.: Einladende Organisation (Das ist auch erforderlich, wenn keine Einladung benötigt wird und die Aufenthaltsdauer in Belarus unter 30 Tage liegt.)) haben wir unser Transitvisum für Weißrussland nach rund 2 Wochen problemlos im Pass gehabt. Immerhin kann die Beantragung – anders als beim Russland-Visum – per Post erfolgen.

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Anreise mit dem Zug Vilnius – Minsk

Grundsätzlich kann man auf drei Arten von unserem Ausgangspunkt Vilnius nach Minsk kommen: Per Bus (~5 Stunden), per Flugzeug (~50 Minuten) und per Zug (2,5 Stunden). Nach langem Hin- und Her haben wir uns schließlich doch auf die ökonomischste Variante, den Zug, festgelegt. Nachdem der Zug bereits um 6:20 losfährt und vorher noch die Ausreise aus dem Schengenraum am Bahnhof erfolgt, war sehr frühes Aufstehen angesagt. Bei der Fahrkartenkontrolle kurz nach Abfahrt muss man darauf achten, sich eine Migrationskarte geben zu lassen, um diese in Vorbereitung zur Einreise auszufüllen.
An der ersten Station in Belarus steigen dann Heerscharen von uniformierten Kräften, stilecht mit Pelzkragen, riesigen Hüten und grimmigem Gesicht ein, die mindestens drei verschiedenen Einheiten angehören: Zoll, Grenzpolizei und Miliz. Fast jede Einheit hatte aber zumindest eine Person dabei, die sich halbwegs auf Englisch verständigen konnte, sodass die Kontrolle nach kurzer Konfusion was denn im Feld „Name of host person“ der Migrationskarte einzutragen sei („Transit to Poland“ war die richtige Lösung), problemlos verlief.

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Das Hotel: Hampton by Hilton Minsk City Centre

Glücklicherweise hat die Hilton-Gruppe vor kurzem ihr erstes Hotel in Minsk, das Hampton by Hilton Minsk, gegenüber des Hautpbahnhofs, eröffnet. Durch die Zugehörigkeit zu Hilton wussten wir zumindest, dass uns keine Überraschungen erwarten werden und das Zimmer entpuppte sich dann auch als sehr angenehm, mit Blick in Richtung Bahnhof und dahinter liegende Stadt. Vor allem aber konnte man am Front Desk Englisch sprechen und als Hilton Gold member gab es early-checkin und late-checkout obendrauf.

Vom Hotel aus konnte man entweder zu Fuß in die Stadt gehen oder die Nahe gelegene Metro-Station „Institut Kulturi“ nutzen. Das Preissystem der Metro ist dabei ähnlich einfach wie in Russland: Eine Fahrt, ein Preis, nämlich 0,24€. Trotzdem kann man die Jetons für den Zutritt nicht an Automaten, sondern nur in den ausschließlich mit älteren Damen besetzten Verkaufsschaltern erwerben.

Der Unabhängigkeitsplatz (vormaliger Lenin-Platz)

Minsk wird als Paradebeispielstadt sowjetischer Architektur bezeichnet und der Unabhängigkeitsplatz ist sowohl der Inbegriff dieser Architektur als auch das Zentrum von Minsk. Der Platz selbst (übrigens größer, aber bei weitem nicht so schön wie der Rote Platz in Moskau) ist umgeben von wuchtigen Gebäuden. Im Kontrast zu den grauen Bauten steht die Kirche des heiligen Simon und der heiligen Helena, die aufgrund ihrer Farbe auch einfach „Rote Kirche“ genannt wird.

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Lenin in schlechten Lichtverhältnissen

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Dreifaltigkeits-Hügel

Einer der schöneren Teile der belarussischen Hauptstadt ist das Gebiet um den sogenannten Dreifaltigkeits-Hügel. Hier befand sich früher die historische Altstadt. Zentrum ist heute die imposante orthodoxe Heilig-Geist-Kathedrale. Außerdem steht hier noch das alte Bernardinerinnenkloster aus dem Jahr 1628 und das Rathaus der Stadt, welches man nach historischen Plänen wieder aufgebaut hat.

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Aussichtstipp: Die Nationalbibliothek Minsk – Belarus

Etwas außerhalb der Stadt erhebt sich ein relativ großer Rhombenkuboktaeder in die Höhe (72m): die Nationalbibliothek von Minsk. Tatsächlich wurde diese architektonische Besonderheit erst im Jahr 2006 eröffnet und liegt in einem Gebiet, in dem sich Plattenbauten und Baustellen neuer Hochhäuser abwechseln, unterbrochen nur durch riesige Straßen.

Die Nationalbiliothek gehört zu den wenigen Einrichtungen, die ihre Homepage auf Englisch übersetzt haben. Das bedeutet allerdings nicht, dass auch nur irgendjemand am Informationsschalter oder später am Zugang zur Aussichtsplattform auch nur ein Wort Englisch spricht.

So haben wir nach einiger Verwirrung den Zugang zur Aussichtsterrasse der Nationalbibliothek Belarus auf der Hinterseite des Gebäudes gefunden und sind nach oben gefahren, wo sich ein schöner Blick auf die umliegenden Wohngegenden – sowohl Plattenbauten als auch Einfamilienhäuser – ergibt. Leider ist die Nationalbibliothek so weit außerhalb, dass man von der Innenstadt nichts sieht.

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minsk

Das Kaufhaus GUM

Nachdem wir bereits das GUM im Moskau – ein wunderschönes Luxuskaufhaus – besucht haben, waren wir natürlich auf das GUM in Minsk gespannt. Die Voraussetzungen sind ähnlich wie in Moskau – es ist an der Prachtstraße (Straße der Unabhängigkeit) gelegen und bereits 65 Jahre alt. Innen angekommen fühlt man sich jedoch vielleicht nicht 65, aber doch 35 Jahre zurückversetzt. Drei Stockwerke vollgestopft mit allerlei Krempel, von Pelzmänteln im Stil der 80er bis zu hunderten Emailletöpfen.

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gum-verkaufsraum

gum-treppenhaus

Meanwhile in Belarus …

Nach unseren vorherigen Besuchen in Russland wussten wir was uns bezüglich der Fremdsprachenkenntnisse in Minsk erwarten würde. Während Hammer und Sichel noch allgegenwärtig sind, erlebten wir die Stadt ansonsten trotzdem nicht als besonders rückständig oder altmodisch. Minsk ist zwar von der nicht immer schönsten, sowjetischen Architektur geprägt, die Gebäude und Straßen sind jedoch meist sehr gepflegt und ordentlich. Außerdem wirkt die Stadt sauber, die Leute sehr diszipliniert und ruhig im öffentlichen Raum – sicher auch bedingt durch das politische System.

Ebenso wie für Russland können wir auch hier nur wieder dringend empfehlen zumindest das kyrillische Alphabet zu lernen, sonst ist die Navigation schon sehr mühsam.

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Platz des Sieges in Minsk

Straße Minsk

Straße der Unabhängigkeit

KGB Minsk

Die Zentrale des KGB

Flughafen Minsk

Nachdem wir uns auf Russisch und mit Händen und Füßen zwei Tickets für den Flughafen“bus“ gekauft hatten, der in Wirklichkeit nur ein selten verkehrender Mercedes Sprinter war, machten wir uns auf dem Weg zum Flughafen. Vor dem Flughafen Minsk National stehen ein paar alte sowjetische Flugzeuge zur Besichtigung. Besichtigung empfehlenswert!

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minsk-flughafen

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