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Polarnacht in Tromsø

10. Dezember 2018
Troms Norwegen Landschaft

Tromsø im Winter – Polarnacht und Schnee

Für vier Tage flogen wir im Dezember nach Tromsø, die größte Stadt Nordnorwegens. Von Ende November bis in den Februar hinein geht in der Region, die etwa auf der Höhe von Nordalaska liegt, die Sonne nicht mehr auf – es herrscht Polarnacht. Nicht komplett dunkel ist es dann nur zwischen etwa 10 und 14 Uhr. Beim Landeanflug gegen 11 Uhr vormittags konnten wir einen traumhaften Blick auf das verschneite Tromsø und die beeindruckenden umliegenden Fjorde und Berge genießen. Dank des etwas bewölkten Himmels sah die Landschaft zu dieser hellsten Zeit des Tages märchenhaft violett aus – ganz ohne Filter.

Tromsö Anflug Sonnenaufgang

Hafen Tromsö

Tromso Polarnacht Tag

Tromsö Expedition

troms polarnacht häuser

troms häuser

Hoteltipp: Das Clarion Collection Hotel With

Wir übernachteten im Clarion Collection Hotel With, das nach dem norwegischen Kapitän Richard With (1846-1930) benannt ist, dem Begründer der Postschifflinie Hurtigruten. Besonders empfehlenswert sind auf jeden Fall die Zimmer mit Hafenblick. Man hat dort nämlich nicht nur die ankommenden und abfahrenden Boote im Blick, sondern auch die Eismeerkathedrale, die Bergstation des Tromsøer Hausbergs Storsteinen und die große, verrückt rund geformte Tromsø-Brücke. Das Clarion können wir ansonsten vor allem deshalb empfehlen, weil Frühstück, Nachmittagswaffeln und ein leichtes Abendessen sowie den gesamten Tag über Tee und Kaffee inklusive sind. Ziemlich gut angesichts der norwegischen Preise.

Clarion Collection Hotel With Tromso

Ausblick Clarion Hotel With Tromsö

Mit der Fjellheisen Tromsø Seilbahn hinauf zum Hausberg Storsteinen

Wenn man die Insel Tromsøya, auf der das Zentrum der Stadt liegt, sowie die andere Seite Tromsdalen auf dem Festland einmal von oben sehen möchte, empfiehlt sich eine Fahrt hinauf zum Hausberg Storsteinen. Die Seilbahn hat im Winter bis 23 Uhr geöffnet, im Sommer bis 1 Uhr nachts. Oben kann man auf dem Berg herumspazieren und von einer Aussichtsplattform hinabschauen. Bei unserem Besuch war der Wind allerdings so stark und der Berg so vereist, dass wir es nicht weit geschafft haben. Die Plattform bei der Bergstation war da die deutlich bessere Lösung. Aber auch dort gestaltete sich das Fotografieren von tanzenden Nordlichtern ziemlich schwer, denn das Stativ war kaum ruhig zu halten bei dem stürmischen Eiswind. Trotzdem auf jeden Fall empfehlenswert – die Aussicht ist toll!

Tromsö von oben seilbahn

Die Fjorde mit dem Auto erkunden

Gerade im Winter muss man die 3-4 „hellen“ Stunden wohlüberlegt nutzen. Wir setzten uns immer ins Auto und erkundeten die umliegenden Fjorde mit ihrer beeindruckenden Landschaft. Jeden Tag war eine andere Richtung dran. Eine Tour, die auch von geführten Gruppen in Bussen gerne gefahren wird, wie wir feststellen mussten, geht über Ersfjordbotn nach Tromvik. Ersfjordbotn liegt auf einer Landenge zwischen dem Ersfjord und dem Kaldfjord auf der Insel Kvaløya und ist aufgrund seiner beeindruckenden Lage ein wahrer Instagram-Hotspot. Wenn man weiterfährt, ist Grøtfjord Bygdelag außerdem noch besonders fotogen. Die kleinen typisch bunten Häuschen direkt am Meer vor beeindruckender Bergkulisse verleiten alle Touristen zu einem Fotostop. Weiter hinten begegneten wir dann einigen Rentieren, die oftmals irgendwo neugierig herumlaufen.

ersfjord troms

Moos Troms Norwegen

grotfjord dezember

rentiere troms fjord

Eine andere Tour von Tromsø aus führte uns nach Oldervik. Die Fahrt ist besonders schön, da man unterwegs an Rentierfarmen vorbeikommt und dort einfach mal aussteigen und schauen kann. Uns sind zwar bereits an den vorhergehenden Tagen Rentiere einfach so auf den Straßen begegnet, aber eine ganze Herde vor märchenhafter Kulisse ist doch noch einmal beeindruckender. Kurz vor Oldervik fährt man dann nicht mehr am Wasser entlang, sondern durchquert ein wunderschönes, unberührtes Tal zwischen hohen Bergen. Wenn man mehr Zeit mitbringt, kann man da hinten auch Schneewanderungen unternehmen oder Langlaufen.

Rentiere Tromso

fuchs troms norwegen

rentiere troms norwegen

oldervik troms schiff

oldervik schnee tal

oldervik tal

oldervik

Auf der Jagd nach Polarlichtern

Natürlich ist das Ziel eines jeden Besuchers nördlich des Polarkreises, die berühmten Polarlichter tanzen zu sehen. Wir haben das Naturspektakel zwar bereits in Island erleben dürfen, freuten uns aber natürlich auch jetzt wieder sehr darauf. Leider ist das mit den Polarlichtern in Nordnorwegen gar nicht so leicht. Denn während man auf der Insel Island einfach mit dem Auto irgendwo in die komplett dunkle Pampa ins Landesinnere fahren kann, um die besten Voraussetzungen für eine Polarlichtersichtung zu haben, führen die hell beleuchteten Straßen bei Tromsø so gut wie immer direkt an den Fjorden entlang. Und je mehr Beleuchtung, desto weniger Chance auf die Lichter. Wir sahen sie schließlich auf dem Tromsøer Hausberg und am Ersfjord. Aber leider nirgends so hell wie damals in Island. Das mit dem Fotografieren war auch eher problematisch – der Wind wehte so stark, dass man das für die lange Belichtungszeit nötige Stativ kaum ruhig halten konnte.

Nordlichter Tromso

nordlichter

Und was gibt es sonst so in Tromsø?

Tromsø, das „Tor zur Arktis“, ist einer der größeren Orte, die täglich von den Hurtigruten angesteuert werden. Wir sahen uns zwei der Schiffe natürlich einmal aus der Nähe an. Ansonsten ist das Städtchen, in dem etwa 75 000 Einwohner leben, sehr klein und beschaulich. Es gibt – typisch Skandinavien – einige schöne Mode und Interiorläden, außerdem natürlich Touristisches wie Mitbringsel-Shops und zahlreiche Anbieter von Rentier/Nordlichter/Schlittenhunde-Touren. Im Zentrum steht außerdem der Dom von Tromsø, auf dem Festland die berühmte Eismeerkathedrale. Letztere ist leider wirklich kein Vergleich mit der Kathedrale von Reykjavik. Sehr unspektakulär im Inneren. Architektonisch interessant sind noch die große Bibliothek und das Museum Polaria, dessen Form an Eisschollen erinnern soll, die sich an Land schieben. Leider ist direkt davor gerade eine Baustelle, die es etwas erschwerte, gute Fotos vom Gebäude zu machen.

tromsö innenstadt

hurtigruten kirche tromsö

tromsö geschäft

 

tromso city

bibliothek tromso

eismeerkathedrale

Unser Fazit

Ein Besuch von Tromsø lohnt sich im Winter wirklich!…und wir vermuten auch stark genauso im Sommer. Es ist schon ein Erlebnis, wenn die Sonne einfach nicht mehr aufgeht inmitten dieser beeindruckenden, abwechslungsreichen Landschaft. Wie so oft ist übrigens auch hier ein Mietauto Gold wert. Gerade, wenn man auf touristische Gruppenangebote keine Lust hat. Für uns ging es nach den vier Tagen in Nordnorwegen schließlich weiter ins etwas südlicher gelegene Trondheim. Doch dazu mehr im nächsten Beitrag.

troms insel

 

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